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Article: Semax: Forschungsüberblick, Studienlage und Qualitätskriterien

Semax: Forschungsüberblick, Studienlage und Qualitätskriterien

Das Wichtigste in Kürze

  • Semax ist ein synthetisches Heptapeptid mit der Sequenz Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro, ein Analogon des ACTH(4-10)-Fragments.
  • In der Forschung wird es mit nootropen und neuroprotektiven Fragestellungen sowie dem BDNF/trkB-System in Verbindung gebracht.
  • Die Evidenz stammt überwiegend aus präklinischer Forschung sowie einzelnen Bildgebungsstudien am Menschen.
  • Kein in der EU zugelassenes Arzneimittel. EONA führt Semax ausschließlich als Forschungsmaterial.

Was ist Semax?

Semax ist ein synthetisches Heptapeptid mit der Sequenz Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro. Es ist ein Analogon des ACTH(4-10)-Fragments und aus dem ACTH(4-7)-Abschnitt (Met-Glu-His-Phe) mit einem stabilisierenden Pro-Gly-Pro-Anhang aufgebaut (Dolotov et al. 2006). In der Forschung wird Semax als Peptid mit beschriebenen nootropen und neuroprotektiven Eigenschaften charakterisiert. Semax ist kein in der EU zugelassenes Arzneimittel und wird von EONA ausschließlich als Forschungsmaterial gehandhabt.

Dieser Artikel ist ein neutraler Forschungsüberblick für Forschende. Er enthält keine Anwendungs-, Dosierungs- oder Rekonstitutionshinweise und keine Aussage über einen Nutzen für den Menschen.

Parameter Angabe
Stoffklasse Synthetisches Heptapeptid (7 Aminosäuren)
Sequenz Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro
Abgeleitet von ACTH(4-10)-Fragment (ACTH(4-7) plus Pro-Gly-Pro)
CAS-Nummer 80714-61-0
Summenformel C37H51N9O10S
Molekulargewicht ca. 813,9 g/mol
Form Lyophilisiert (gefriergetrocknetes Pulver)
Status Forschungsmaterial, kein in der EU zugelassenes Arzneimittel

Herkunft: ein ACTH(4-10)-Analogon

Semax leitet sich von einem Fragment des adrenocorticotropen Hormons (ACTH) ab. Der Pro-Gly-Pro-Anhang am C-Terminus erhöht die Stabilität des Moleküls gegenüber dem sehr kurzlebigen natürlichen Fragment und ermöglicht in der Forschung unter anderem eine intranasale Applikation in Tiermodellen (Dolotov et al. 2006). Diese Herkunft erklärt, warum Semax in der Literatur im Kontext von Lernen, Gedächtnis und Neuroprotektion untersucht wird.

Semax Studienlage: was untersucht wurde

Die folgenden Punkte benennen ausschließlich Untersuchungsgegenstände der Literatur. Sie sind kein Hinweis auf einen Nutzen und keine Aussage über eine Wirkung beim Menschen außerhalb der Studien:

  • BDNF/trkB-System. In Ratten wurde beschrieben, dass eine einmalige Semax-Gabe die Spiegel des neurotrophen Faktors BDNF und die Aktivierung seines Rezeptors trkB im Hippocampus veränderte (Dolotov et al. 2006). Reine Modellbeschreibung.
  • Verhaltens- und Neurochemie-Modelle. In Nagermodellen wurde Semax im Zusammenhang mit Lernen, Angstverhalten und Hirn-Monoaminen untersucht (Glazova et al. 2020).
  • Bildgebung am Menschen. Eine fMRT-Studie an 52 gesunden Teilnehmenden untersuchte Effekte von Semax und Selank auf die funktionelle Konnektivität des Gehirns (Panikratova et al. 2020).
  • Neuro-Immun-Kontext. Übersichtsarbeiten ordnen Semax in die Diskussion um Neurogenese und neuro-immunologische Wechselwirkungen ein (Tarasov et al. 2018).

Methodische Einordnung: Ein großer Teil der Semax-Literatur stammt aus einer begrenzten Zahl russischer Forschungsgruppen, und viele Befunde sind präklinisch. Breite unabhängige Replikation ist begrenzt. Semax ist in der EU kein zugelassenes Arzneimittel; der korrekte Status bleibt der eines Forschungsmaterials.

Reinheits- und Qualitätskriterien für Semax als Forschungsmaterial

Für reproduzierbare Forschung ist die analytische Qualität entscheidend. Drei Analysen bilden den Kern der üblichen Bewertung:

  • HPLC-Reinheit. Trennt das Zielpeptid von Synthese-Nebenprodukten; mindestens 98 Prozent gelten als Marktstandard.
  • MS-Identität. Bestätigt über das Molekulargewicht (ca. 813,9 g/mol), dass das angegebene Molekül vorliegt.
  • Endotoxin-Status. Üblicherweise per LAL-Test bestimmt.

Diese Werte gehören in ein chargenspezifisches Analysenzertifikat (COA). Wie sich ein COA lesen lässt, erklärt der EONA COA-Guide.

Semax als Forschungsmaterial bei EONA

Laborgeprüft (≥98 % HPLC), massenspektrometrisch bestätigt, mit einsehbarem Chargen-COA. Versand aus Europa, ausschließlich zu Forschungszwecken.

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Häufige Fragen zu Semax

Was ist Semax genau?

Semax ist ein synthetisches Heptapeptid (Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro) und ein Analogon des ACTH(4-10)-Fragments (Dolotov et al. 2006). Es wird ausschließlich als Forschungsmaterial gehandhabt und ist in der EU kein zugelassenes Arzneimittel.

Was ist über den Mechanismus von Semax bekannt?

In Nagermodellen wurde ein Einfluss auf das BDNF/trkB-System im Hippocampus beschrieben (Dolotov et al. 2006). Dies ist ein präklinischer Forschungsbefund, keine Aussage über eine Wirkung beim Menschen.

Was ist der Unterschied zwischen Semax und Selank?

Beide sind kurze regulatorische Peptide, die in der neurowissenschaftlichen Forschung untersucht werden; Semax leitet sich von einem ACTH-Fragment ab, Selank vom Tuftsin. Eine fMRT-Studie untersuchte beide gemeinsam (Panikratova et al. 2020). Mehr dazu im Selank-Artikel.

Ist Semax ein zugelassenes Arzneimittel?

In der EU nein. Semax ist nicht für den menschlichen oder tierischen Gebrauch bestimmt und wird als Forschungsmaterial gehandhabt.

Woran erkenne ich hochwertiges Semax-Forschungsmaterial?

An nachvollziehbarer Herkunft und einem chargenspezifischen COA mit HPLC-Reinheit (mindestens 98 Prozent), MS-Identität und LAL-Endotoxin-Status.

Wie wird Semax als Forschungsmaterial gelagert?

Lyophilisiertes Material wird kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert. Diese Information betrifft ausschließlich die Aufbewahrung.

Verwandte Artikel

Quellen

  1. Dolotov OV, Karpenko EA, Inozemtseva LS, et al. Semax, an analog of ACTH(4-10) with cognitive effects, regulates BDNF and trkB expression in the rat hippocampus. Brain Res. 2006;1117(1):54-60. DOI: 10.1016/j.brainres.2006.07.108. doi.org/10.1016/j.brainres.2006.07.108
  2. Glazova NY, Manchenko DM, Volodina MA, et al. Semax, synthetic ACTH(4-10) analogue, attenuates behavioural and neurochemical alterations following early-life fluvoxamine exposure in white rats. Neuropeptides. 2020;86:102114. DOI: 10.1016/j.npep.2020.102114. doi.org/10.1016/j.npep.2020.102114
  3. Panikratova YR, Lebedeva IS, Sokolov OY, et al. Functional Connectomic Approach to Studying Selank and Semax Effects. Dokl Biol Sci. 2020;490(1):9-11. DOI: 10.1134/S001249662001007X. doi.org/10.1134/S001249662001007X
  4. Tarasov VV, Kudryashov NV, Chubarev VN, et al. Pharmacological Aspects of Neuro-Immune Interactions. Curr Pharm Des. 2018;24(1):15-21. DOI: 10.2174/1381612823666170829135115. doi.org/10.2174/1381612823666170829135115

Redaktionsnotiz

Dieser Beitrag wurde von der EONA Redaktion erstellt und dient der neutralen wissenschaftlichen Information zu Semax als Forschungsmaterial. Er stellt keine medizinische Beratung dar und keine Aussage über Sicherheit oder Nutzen beim Menschen. Semax ist in der EU kein zugelassenes Arzneimittel und nicht für den menschlichen oder tierischen Gebrauch bestimmt. Genannte Befunde stammen überwiegend aus präklinischen Modellen.

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