Epitalon (Epithalon, AEDG): Forschungsüberblick, Studienlage und Qualitätskriterien
Das Wichtigste in Kürze
- Epitalon (auch Epithalon oder Epithalone, AEDG) ist ein synthetisches Tetrapeptid mit der Sequenz Ala-Glu-Asp-Gly.
- Es wurde auf Basis der Aminosäure-Zusammensetzung von Epithalamin, einem Zirbeldrüsen-Extrakt, synthetisiert.
- In der Forschung wird es im Kontext von Telomerase, Melatonin-Synthese und Geroprotektion untersucht – ein Großteil der Arbeiten stammt aus einer Forschungsschule.
- Kein zugelassenes Arzneimittel. EONA führt Epitalon ausschließlich als Forschungsmaterial.
Was ist Epitalon?
Epitalon (auch Epithalon, AEDG) ist ein synthetisches Tetrapeptid mit der Sequenz Ala-Glu-Asp-Gly. Es wurde auf Grundlage der Aminosäure-Zusammensetzung von Epithalamin entwickelt, einem Extrakt der Zirbeldrüse (Araj et al. 2025). In der Forschung wird Epitalon vor allem im Zusammenhang mit geroprotektiven und neuroendokrinen Fragestellungen untersucht. Epitalon ist kein zugelassenes Arzneimittel und wird von EONA ausschließlich als Forschungsmaterial gehandhabt.
Dieser Artikel ist ein neutraler Forschungsüberblick für Forschende. Er enthält keine Anwendungs-, Dosierungs- oder Rekonstitutionshinweise und keine Aussage über einen Nutzen für den Menschen.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Stoffklasse | Synthetisches Tetrapeptid (4 Aminosäuren) |
| Sequenz | Ala-Glu-Asp-Gly (AEDG) |
| Weitere Bezeichnungen | Epithalon, Epithalone |
| Herkunft | Abgeleitet von Epithalamin (Zirbeldrüsen-Extrakt) |
| CAS-Nummer | 307297-39-8 |
| Summenformel | C14H22N4O9 |
| Molekulargewicht | ca. 390,3 g/mol |
| Form | Lyophilisiert (gefriergetrocknetes Pulver) |
| Status | Forschungsmaterial, kein zugelassenes Arzneimittel |
Herkunft: von Epithalamin zum AEDG-Tetrapeptid
Epitalon gehört zu einer Reihe kurzer, gewebespezifischer Peptide, die aus Organextrakten abgeleitet wurden. Ausgangspunkt war Epithalamin, ein Extrakt der Zirbeldrüse. Aus dessen Aminosäure-Zusammensetzung wurde das Tetrapeptid Ala-Glu-Asp-Gly abgeleitet (Khavinson 2002; Araj et al. 2025). Interessanterweise wurde in der Literatur dasselbe Tetrapeptid sowohl der Zirbeldrüse als auch der Netzhaut zugeordnet, was mit der gemeinsamen embryonalen Herkunft dieser Strukturen begründet wurde (Khavinson 2002).
Epitalon Studienlage: was untersucht wurde
Die folgenden Punkte benennen ausschließlich Untersuchungsgegenstände der Literatur. Sie sind kein Hinweis auf einen Nutzen und keine Aussage über eine Wirkung beim Menschen außerhalb der Studien:
- Geroprotektive Fragestellungen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit fasst über 25 Jahre Forschung zusammen und beschreibt geroprotektive und neuroendokrine Effekte in In-vitro-, In-vivo- und In-silico-Modellen, unter anderem antioxidative, neuroprotektive und antimutagene Eigenschaften sowie einen beschriebenen Einfluss auf die Melatonin-Synthese und die Aktivität verschiedener Enzyme (Araj et al. 2025).
- Genexpression und Epigenetik. In humanen Stammzellen wurde untersucht, wie das AEDG-Peptid die Expression von Neurogenese-Markern beeinflusst; als möglicher Mechanismus wurde eine Bindung an Histone diskutiert (Khavinson et al. 2020).
- Modelle zur Lebensspanne. Ältere Arbeiten beschrieben eine Erhöhung der Lebensspanne in Tiermodellen (Mäuse, Fruchtfliegen) sowie eine Wiederherstellung circadianer Melatonin-Rhythmen in alten Rhesusaffen (Khavinson 2002). Reine Modellbeschreibungen.
Methodische Einordnung: Ein sehr großer Teil der Epitalon-Literatur stammt aus einer einzelnen Forschungsschule. Breite, unabhängige Replikation durch mehrere voneinander unabhängige Gruppen ist begrenzt, und auch physikochemische sowie strukturelle Untersuchungen sind laut aktueller Übersicht limitiert (Araj et al. 2025). Der korrekte Status bleibt der eines Forschungsmaterials.
Reinheits- und Qualitätskriterien für Epitalon als Forschungsmaterial
Für reproduzierbare Forschung ist die analytische Qualität entscheidend. Drei Analysen bilden den Kern der üblichen Bewertung:
- HPLC-Reinheit. Trennt das Zielpeptid von Synthese-Nebenprodukten; mindestens 98 Prozent gelten als Marktstandard.
- MS-Identität. Bestätigt über das Molekulargewicht (ca. 390,3 g/mol), dass das angegebene Molekül vorliegt.
- Endotoxin-Status. Üblicherweise per LAL-Test bestimmt.
Diese Werte gehören in ein chargenspezifisches Analysenzertifikat (COA). Wie sich ein COA lesen lässt, erklärt der EONA COA-Guide.
Epitalon als Forschungsmaterial bei EONA
Laborgeprüft (≥98 % HPLC), massenspektrometrisch bestätigt, mit einsehbarem Chargen-COA. Versand aus Europa, ausschließlich zu Forschungszwecken.
Häufige Fragen zu Epitalon
Was ist Epitalon genau?
Epitalon (Epithalon, AEDG) ist ein synthetisches Tetrapeptid Ala-Glu-Asp-Gly, das aus der Aminosäure-Zusammensetzung des Zirbeldrüsen-Extrakts Epithalamin abgeleitet wurde (Araj et al. 2025). Es wird ausschließlich als Forschungsmaterial gehandhabt.
Heißt es Epitalon oder Epithalon?
Beide Schreibweisen bezeichnen dasselbe Tetrapeptid; in der Literatur finden sich Epitalon, Epithalon und Epithalone (Araj et al. 2025).
Wie ist die Studienlage zu Epitalon?
Sie umfasst über zwei Jahrzehnte präklinischer und einzelner klinischer Forschung, großteils aus einer Forschungsschule; breite unabhängige Replikation ist begrenzt (Araj et al. 2025; Khavinson 2002).
Ist Epitalon ein zugelassenes Arzneimittel?
Nein. Epitalon ist nicht für den menschlichen oder tierischen Gebrauch bestimmt und wird als Forschungsmaterial gehandhabt.
Woran erkenne ich hochwertiges Epitalon-Forschungsmaterial?
An nachvollziehbarer Herkunft und einem chargenspezifischen COA mit HPLC-Reinheit (mindestens 98 Prozent), MS-Identität und LAL-Endotoxin-Status.
Wie wird Epitalon als Forschungsmaterial gelagert?
Lyophilisiertes Material wird kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert. Diese Information betrifft ausschließlich die Aufbewahrung.
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Quellen
- Araj SK, Brzezik J, Mądra-Gackowska K, Szeleszczuk Ł. Overview of Epitalon – Highly Bioactive Pineal Tetrapeptide with Promising Properties. Int J Mol Sci. 2025;26(6):2691. DOI: 10.3390/ijms26062691. doi.org/10.3390/ijms26062691
- Khavinson V, Diomede F, Mironova E, et al. AEDG Peptide (Epitalon) Stimulates Gene Expression and Protein Synthesis during Neurogenesis: Possible Epigenetic Mechanism. Molecules. 2020;25(3):609. DOI: 10.3390/molecules25030609. doi.org/10.3390/molecules25030609
- Khavinson VKh. Peptides and Ageing. Neuro Endocrinol Lett. 2002;23 Suppl 3:11-144. PMID: 12374906.
Redaktionsnotiz
Dieser Beitrag wurde von der EONA Redaktion erstellt und dient der neutralen wissenschaftlichen Information zu Epitalon als Forschungsmaterial. Er stellt keine medizinische Beratung dar und keine Aussage über Sicherheit oder Nutzen beim Menschen. Epitalon ist kein zugelassenes Arzneimittel und nicht für den menschlichen oder tierischen Gebrauch bestimmt. Genannte Befunde stammen überwiegend aus präklinischen Modellen und einer begrenzten Zahl von Forschungsgruppen.